Viel beschrieben, legendenumwoben, weltbekannt. Man nannte sie schon einen „Trotzkopf“, den „protestantischen Petersdom“ oder die „Feste Burg“. Nicht umsonst steht vor ihr Martin Luther - als Denkmal zur Erinnerung an die Zeit der Reformation. Die Frauenkirche zu Dresden ist Symbol der Stadtgeschichte, sichtbarer Mittelpunkt Dresdens und zugleich Zeichen bürgerlicher Kultur der ehemaligen Residenz- und heutigen Landeshauptstadt.
Sie war seit Anbeginn eine Herausforderung, und ist es bis heute geblieben. Ein bautechnisches Wunder, zumal es um 1730 noch keine multifunktionalen Baukräne und keine Animationen via PC gab. Allerhöchstens Konstruktionen aus Holz und Seil, gefertigt von einfachen Zimmermännern.
Wie aus einem Guss hergestellt aus dem prägnanten sächsischen Sandstein ist die Frauenkirche neben Zwinger, Semperoper und Schloss das architektonische Kleinod Dresdens. George Bähr, der Erbauer in barocker Zeit, verhalf der Kirche und sich selbst zu Weltruhm. Es gab in ihrer über
250jährigen Geschichte Kriege, Hungersnöte, Flutkatastrophen. Und wie für wenige Bauwerke auf der Welt gilt der einst sozialistische Spruch wirklich: „Auferstanden aus Ruinen“. Man könnte sagen, die Kirche hat mehrere Leben schon hinter sich - auf Grund der vielen Sanierungen und der fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.
Eines ist mit eigenen Augen zu sehen: Sie ragt wieder in den Dresdner Altstadthimmel, nachdem lange Zeit die benannten Kräne um ihre wachsende „Außenhaut“ schwebten und Baucontainer ihr Nachbarschaft leisteten. Viele kleine und große Anekdoten umgeben die sandsteinerne Kuppel. Manche davon sind amüsante Legenden, manche leider allzu wahre Geschichte.